Schamancas Weg

Ich bin  1954 geboren, Stierfrau, und setze auf den Schultern der AhnInnen eine schamanische Familien- und Clantradition fort, die zurückgeht bis zu den Anfängen der Kultur der Menschheit, wo es noch keine Trennungen gab, z.B. zwischen Göttlichem und Profanem, Natur und Menschen, Frauen und Männern, die Zeit der matriarchalen Gartenbaukulturen, ca. 10.000 Jahre v.d.Z.

Viel gelerntes, aber noch mehr ge- und erlebtes, zu neuen Lebensmöglichkeiten zu spinnen, ist seit vielen Jahren meine Aufgabe und mein Anliegen. Ich begleite Wandlungen in Menschenleben mit traditionellen westlichen, östlichen und schamanischen Elementen.

Auf dieser Seite werde ich Euch nach und nach noch ein paar Bilder von mir zeigen 😉

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Ich wurde hier in diese Region der Welt hineingeboren. Die Alten erzählten wundersame Geschichten, von Göttern und Göttinnen, Bräuchen und Rätselhaftem. Sie legten Karten, wirkten Zauber, waren Kräuterkundige, Menschen- und Tierhelfer. Hier begann ich mich umzusehen.

Meine erste Begegnung mit Hexen war faszinierend, da fand ich viel wieder, was in mir war. Aber es war es nicht ganz. Ich ließ mich fallen, fand mich bei den Germanen, den Asatru wieder. Aber auch hier war die Heimat noch fern, nicht sichtbar. Auch wenn mir hier die Göttin bereits sehr nahe war, war sie entfremdet ihrem wahren Wesen. Ich fand die Kelten, die Druiden und Priesterinnen und hier wurde die Spur deutlicher, die Sprache klarer. Aber ich fühlte mich immer noch nicht am Ziel. Immer noch war die Frage da -und was war davor-?

So ließ ich mich Beltane 1995 noch einmal von der Klippe fallen und fiel in ihre Hände. Ich saß an den ersten Feuern der Menschen, lebte in den Höhlen, malte die Bilder. Hier war mein Zuhause, meine wahre Heimat.

Mit ihnen lebten die, die mit offenen Toren geboren waren, die hin- und hergehen konnten. Sie konnten immer wieder die Verbindung schaffen und halten. Sie lebten mitten unter ihnen und sorgten selbst für ihr Leben. Sie fügten die Einzelteile zu Wissen zusammen, verbanden die Kraftlinien zu einem lebendigen Netz und hielten die Energie für die anderen.

Sie malten in den Höhlen die Bilder der Tiere, die sie jagten um der Seele des Tieres einen Platz zu geben malten die Bilder der Verwandlung, vom Mensch zum Tier, als Zeichen der Zusammengehörigkeit.

Sie hatten noch keine Namen für die Göttin sondern Symbole. Sie zeichneten 3 Wellenlinien, 3 Striche und wußten, dies ist das Symbol des Wassers, der Milch, der lebenerhaltenden nährenden Energie der Göttin. Sie zeichneten einen Kreis und einen Punkt in der Mitte, als Zeichen der lebengebenden Energie der Göttin. Sie zeichneten einen Strich, eine Spirale, als Zeichen der lebennehmenden Energie der Göttin. So verstanden sie den Zyklus des Lebens, des Jahreskreises. Diese Symbole, diese Sprache transportiert durch das Netz der Kraftlinien im Himmel und auf der Erde die Botschaft, erreichte andere Menschen, in anderen Kontinenten. Diese verstanden und sandten das ihre zurück. Es gab keine Trennung, auch nicht durch Zeit, Raum, Kontinente und Meere. Sie sahen die Göttin in den Tieren, den Pflanzen, den Steinen, am Himmel, in den Frauen und Männern, alles war eines und nichts wurde getrennt.

Sie lernten die Kraft des Samenkornes kennen, das nach der Reife in die Erde fiel und im nächsten Jahr eine neue Pflanze entstehen zu lassen. Sie verstanden die Boten der Heil- und Giftpflanzen in ihrer Zusammensetzung und Anwendung. Sie lebten mit der Energie des weiblichen im Laufe des Mondes, des Gebärens und Sterbens, so wie der Mond dunkel und unsichtbar und dann wieder hell und sichtbar ist. Wie die Sterne ihre Bahn ziehen und die Sonne jeden Morgen neu geboren wird und jeden Abend wieder stirbt.

Sie betten ihre Toten wie Embryos, die im Mutterleib ruhen bis zu ihrer Geburt. Sie bemalten sie mit der Farbe der Erde um sie mit ihr zu verbinden. Sie fügen Steine zusammen nach einer kosmischen Ordnung, die nur sie kannten, um dem Lauf der Gestirne zu folgen. Es entstanden runde Bauten, gleich dem Leib der Frau, dem Leib der Göttin.

Auf Schiefertafeln ritzten sie die Körper von Frauen im extatischen Tanz des Lebens. Aus Steinen formten sie Frauenkörper, mit großen Brüsten, Hüften und Bäuchen. Sie formten es als Hymne an das Leben, das Gebären, Sterben, wiederkommen und nähren.

Sie ritzten die Erde wie einen Garten und pflügten sie nicht wie ein Feld. Sie nahmen nur das, was sie zum Leben brauchten. Sie lebten mit den Tieren, die sie aufzogen ohne Zäune. Sie jagten Tiere als Nahrung und nahmen den Herden nur die Schwachen, die das Leben ausgemustert hat. Sie sammelten die Früchte der Bäume und Sträucher, im Wissen darum, nie alles zu nehmen, der Pflanze die Kraft zu lassen, im nächsten Sommer wieder Frucht zu tragen.

Sie lebte ohne Waffen gegeneinander zu gebrauchen, waren sie doch alle Kinder einer Mutter und somit Geschwister. Sie formten Gefäße gleich dem Körper und verzierten sie mit den Mustern, die Leben und Nahrung bedeuten, um darin die Gaben der Natur aufzubewahren und zuzubereiten.

War es so? Ich fühle es, ich ahne es. Jede Zelle meines Körpers spürt es und erinnert sich, besonders in der Erschütterung der Trance, dass dies der Anfang war.

Später kam die Trennung der Linien. Warum? War es der Anspruch, dass einer höher ist als der andere. Je näher sie versuchten der Göttin zu kommen, je mehr Namen sie ihr gaben, um so mehr entrückte sie sich ihnen wieder in das Numinose. Sie begannen immer größere Tempel, prunkvollere Paläste zu bauen, in die sie sie einsperrten, bildeten Menschen aus, die nur dazu da waren, sie ihnen zu erhalten, bekämpften die anderen, um ihre Göttin über die anderen zu setzen. Männer begannen Macht zu gebrauchen, über das Leben, die Frauen. Die Männer verloren das Kindsein, das Gefährte sein in der Göttin, wurden zu ihrem Herren, Gott, Allmächtig. Sie verbannten die Frauen von der Göttin, schnitten sie ab vom Leben und machten sie zu Dienerinnen ihrer Götter. Sie wußten nicht, dass sie damit das Gesicht der Göttin zerstören. Immer kleiner wurde ihr Bild, bis es fast ganz verschwand und als lebensfeindliches Bild wieder auf den Altären in Kirchen zu finden war. Als Magd, ohne Willen, mit einem Sohn, der nicht mehr ihr Gefährte war, den ein Gott zum Tode verurteilt hat und ihr damit ewige Qual schafft und den Menschen ewiges Leben verspricht, wenn sie diese Qual ebenfalls durchschritten haben. Der sie aber so abschneidet von der lebendigen Quelle des Lebens.

Sie zerstörten das Wissen der Menschen mit den offenen Toren. Was sie nicht zerstören konnten ist die Erinnerung, die in jedem Menschen da ist.

So lebe ich aus der Erinnerung an den Beginn ein Leben im Hiersein. Ich feiere den Jahreskreis, weil er die Erinnerung wach hält. Ich benenne die Göttin und ihren Gefährten mit den Namen, wie ich einen Menschen mit seinem Namen anspreche. Ich weiß aber auch, dass es reine Energie ist, die keinen Namen braucht, kein Geschlecht hat. Das ist das Mysterium, in das wir wieder eintauchen, wieder verstehen, wenn wir nur noch Seele sind.

Wir nennen es Schamanen. Es ist keine Religion, es ist eine Beschreibung für Leben und den Weg gehen. Viele Schamane leben aber im System einer Religion, wie immer sie sich nennt, damit die Menschen verstehen, wo und wie er sich bewegt, gemeinsame Sprache möglich ist. Religion heißt verwurzeln und nicht Christentum, Islam, Buddhismus oder wie auch immer. Schamane beschreibt das Leben, Religion beschreibt die Ausübung.

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