< Initiation November 2007 | Schamanca | Weg der Frauen >

Gebärmutter und Gebärvater
In den östlichen Traditionen gibt es den Begriff das Zinnoberfeld oder auch Hara, goldener Kessel genannt. Ein rotes, pulsierendes lebendiges Feld unterhalb des Bauchnabels. Viele Mediatationen und Übungen führen dorthin, als Zentrum des Lebens.
Ich fand auch heraus, dass in alter Literatur die Gebärmutter als Zentrum dieses Feldes, als Hauptmeridianlinie gemeint ist. Irgendwann wurde das Benennen Organes Gebärmutter in Zinnoberfeld verändert.
Träum Dich doch hinein, in diese Höhle. Wie in einer Tropfsteinhöhle hängen granatrote Blutklumpen an den Wänden und der kostbare Saft tropft auf den Boden, bildet kleine Lachen, die im Rhythmus des Mondes aus der Höhle fließen, als Strom des Lebens. Frauen, früher und auch bei einigen Naturvölker heute noch, bluten direkt auf die Erde und nähren sie auf diese Weise und danken ihr für diese Kraft. Irgendwann haben die Frauen damit aufgehört und danach wurde dass sinnlose Blut der Kriege in die Erde vergossen. Aber dieses Blut will die Erde nicht wirklich, höre, wie sie schreit.
Hier vereinigt sich das was war, das was ist, das was sein wird im ewigen Zyklus der ein- und auswärts tanzenden Spirale.
Du wirst vielleicht Leben darin spüren, wenn eine Seele beschlossen hat, diese Höhle zu bewohnen, ihr werdet 10 Monde zusammenleben, Herz an Herz, Du wirst es behüten wie einen kostbaren Schatz, verbunden mit der feinen silbernen Schnur. Dann wirst Du es abgeben an die Welt, weil dort sein Platz ist. Genährt aus der Kraft Deines Blutes kann es nun auf seinem eigenen Boden wurzeln und wachsen. Wir Frauen hüten das Mysterium des Todes und der Geburt in dieser Höhle. Wir sind Annehmende und Weggebende in einem.
Als der Gedanke des Mysteriums sich zu manifestieren begann, brauchte es Männer und Frauen, die dies in Fleisch umsetzen. Männer spürten ihr Zinnoberfeld in ihrem Inneren, aus dem heraus sie Leben zeugen konnten.
Der Tanz des männlichen und des weiblichen roten Feldes, die sich im Liebesmysterium vereinigen, ineinanderfließen, sich verströmen, führt Mann und Frau in die Ganzheit. Es wird keine Trennung mehr geben zwischen männlich und weiblich, zwischen Ying und Yang, dunkel und hell, geben und nehmen. Das Ende der Trennung der Dualität ist erreicht.
Auf diesem Weg kannst Du Deine Frau und Deinen Mann finden, Deine Seele in Dir selbst, die nie wirklich getrennt war und ist, die Symbiose und die Summe aus beidem. Du bist sowohl als auch und nicht nur das eine oder das andere.
Du, Frau, bist Vater und Mutter, so wie Mann Vater und Mutter ist und nicht mehr entweder - oder. Du bist beides und wirst keine Getrenntsein mehr fühlen.
Ich wünsche Dir Liebe auf dieser Reise. Höre auf Deine Träume und beende die Getrenntheit. Ich kann Dir nur empfehlen, geh den Weg der Spirale, erst nach innen fragen, lauschen, fühlen, dann wieder nach aussen, er-lebe es und tanze einfach den Tanz der urwüchsigen Kraft. Lass Dich einfach tragen in die Weisheit deines Zinnoberfeldes.
All das, was es sonst noch so zu sagen gibt, wie Männer und Frauen, Leben und Tod, Blut und Schmerz sich heute anfühlen, brauche ich nicht wirklich zu sagen, wir wissen es und deshalb sind wir einsam und getrennt von der Urerfahrung der Ganzheit, in der es nicht zwangsläufig üblich ist, dass Schmerz und Blut zusammengehören.