Innerhalb der Drittelung des Jahreskreises finden wir die dreifache Göttin mit den Repräsentantinnen, z.B. Frühling Persephone, Sommer Demeter, Winter Hekate.
In der keltischen Mythologie gibt es Ähnlichkeiten zwischen Hekate und der dreigesichtigen Morrigan. Ich vermute mal, die Trinität der Insel-Kelten besteht aus Brigid, Cerridwen und Morrigan.
Wir werden diesen dreigestaltigen oder dreigesichtigen Göttinen immer wieder begegnen. Indien, Durga, Kali, Shakti. Ägypten, Hathor, Nut, Isis. Australien, zwei Schwester und die Schlange, die die Erde erträumten und gebaren usw.
Die Zahl 3 ist eine der ältesten Zahlen, die zuerst in Bildsymbolen von Menschen verwandt wurde. Die Zwei, das in sich widerspiegelnde, die vier, die stabile Materie. Die Menschen begnügten sich damals z.B. mit 2, 3 oder 4 Strichen um das Prinzip darzustellen, was später zu Göttern wurde.
Später fanden sich in dem dreifachen Zyklus Männer und Frauen wieder, es gab keine Trennung, nur fließende Energie, da sie sich im Zyklus der Natur, dem Menschenleben widerspiegelten. Frauen hatten noch einen weiteren Zugang zu der dreifachen Energie durch die Mens -die noch nicht Mens Zeit - Mens - die nicht mehr Mens Zeit. Leider sind die Bildentsprechungen der Männer verloren gegangen, ich bin aber sicher, es hat sie gegeben.
Die männliche Energie finden wir in späteren Mythen wieder. Der Sohn-Bruder-Geliebte. Sehr stark ausgeprägt im Isis-Osiris Mythos. In teilweise schauerlichen Geschichten lesen wir aber den Umbruch zu der nur noch männlichen Energie. In der Gegend des roten Meeres (Analogie zum Mensblut) lebte die weibliche Urschlange Tiamat, die von ihrem Sohn-Geliebten Marduck erschlagen wurde, damit er die alleinige Herrschaft an sich reißen konnte. Auch eine Analogie zu den späteren christlichen Schlangen- und Drachenphobien und den Drachentötern, aus denen Heilige und Engel wurden.
Der Mann kehrt wieder in der keltischen Mythologie als Sohn-Geliebter. Cernunnos, der Herr der Vegetation und Tiere, green man, Kornking. Er wird von der Göttin an Mittwinter als ihr heiliges Kind wiedergeboren, wirbt um sie und vereinigt sich mit ihr an Beltane, die heilige Hochzeit zwischen Mann und Frau findet an Mittsommer statt. An Mabone (Herbstequinox) stirb er durch sie und mit ihr und kehrt in die Erde zum heiligen Schlaf zurück.
Sie verlangt keine Opfer. Wer diese Energie spüren will, braucht einfach nur dem Zyklus des Jahres und des Lebens folgen. Schuld, Opfer, Sühne sind spätere Begriffe der monotheistischen Religionen und der Götinnenreligionen, die von Menschen benutzt wurden, um Menschen zu beherrschen.